Dienstag, 17. September 2013

Das Spinnerdorf Sachsenhausen

1752 wurde die Gemeinde Sachsenhausen als sächsisches Spinnerdorf gegründet. Sachsenhausen war das erste Spinnerdorf der Kurmark, ab 1830 auch ein Schifferdorf. Letztes Jahr war ich in der Ausstellung im Schloss Oranienburg: " Das Spinnerdorf Sachsenhausen."und hatte dazu auch ein bisschen recherchiert. Hier einige Informationen dazu für euch.

Schnitterhaus 
Nach dem 30 jährigen Krieg waren weite Landstriche der märkischen Streusandbüchse verwüstet und fast entvölkert.
Ausstellung Spinnerdorf Sachsenhausen im Schloss Oranienburg
 Der seit 1640 regierende Kurfürst Friederich Wilhelm ( 1620 -1688) krempelte die Ärmel hoch und startete mit seiner ebenso tatkräftigen Frau Louise Henriette den Wiederaufbau des Landes.


Austellungs - Spinnrad
 Dafür holte er viele Menschen vor allem Hugenotten ins Land. Friederich der II. ( 1712-1786) führte das vom Urgoßvater, Großvater und Vater begonnene Werk fort und wollte durch den Export von fertigen Woll- und Seidenprodukten Preußens Wirtschaft weiter verbessern.
 

Kosten des Spinnerdorfes
 Da jedoch Spinner fehlten, im ganzen Land wurden nun Spinner gesucht und er ordnete die Errichtung von Spinnerdörfern an. Zwischen 1750 und 1766 wurden in der Kurmark 16 neue Spinnerdörfer für ca.  1000 Familien errichtet.  Als neue Bewohner sollten nicht Bewohner aus der Region umgesiedelt werden, sondern neue Bevölkerung ins Land geholt werden. Religion und Herkunft spielten keine Rolle. Nun lief die Anwerbung von Spinnern aus Thüringen und Sachsen an.

Plan Spinnerdorf Sachsenhasuen
Ein Spinnerdorf das aus Familien von Feinwollspinnern vor allem aus Sachsen bestand erhielt den Namen: Sachsenhausen. Die orginale Urkunde von 1753 von Friederich handsigniert ist noch heute dazu im Stadtarchiv. Der Rohstoff Wolle durfte zugunsten der Verarbeitung im eigenen Land seit 1718 nicht mehr ausgeführt werden. 1723 wurden bei Verstößen gegen das Ausfuhrverbot sogar die Todesstrafe angedroht.

Todesstrafe bei Ausfuhr vom Rohstoff Wolle
Extra für Spinner Familien Häusergrundriss

In Oranienburg gibt es auch noch ein Schnitterhaus, ein Behelfshaus, in dem im Sommer die Schnitter,  also die Mäher als Wanderarbeiter untergebracht waren oder auch das gemähte Gras, Heu oder was immer gelagert wurde. Für die Einbringung der Ernte war ja weit mehr Personal nötig als man das Jahr über beschäftigte.
Friederich der II.
 Bisher hatte ich mich nur mit der traurigen Geschichte von Sachsenhausen beschäftigt.Aber Sachsenhausen hat auch diese Geschichte. Die Ausstellung zur Geschichte des Spinnerdorfes Sachsenhausen war anläßlich des 300. Geburtstages von Friederich II. im Schloss Oranienburg 2012 zu sehen. 
 
Ausstellung im Schloss Oranienburg
In der aktuellen Mitgliederzeitung der Handspinngilde " mit Spinnrad und Spindel" könnt ihr dazu ab Seite 15 mehr lesen. Die Zeitung hat jetzt ein ganz neues Design farbig und wunderbar gemacht.

 
 Herzlichen Dank an die Redakteurin Helga Heubach und alle Mitwirkenden dafür !